Auf baito wird aus 2,66 Prozent der Job-Aufrufe ein Klick auf „Jetzt bewerben“, gemessen über 71.451 Aufrufe und 878 Rollen in 30 Tagen. Zwischen den Rollen liegt gut Faktor fünf, und die meistgesehene Rolle bleibt unter dem Schnitt. Was das für eure Anzeige heißt, und was es für deine Bewerbung heißt.

Auf baito wird aus 2,66 Prozent der Job-Aufrufe ein Klick auf „Jetzt bewerben“. Das ist der Schnitt über 71.451 Aufrufe und 878 Rollen in 30 Tagen. Interessant wird die Zahl erst, wenn man sie aufteilt: Bei der Kunstpädagogik klickt gut jede:r Achtzehnte, bei der Sozialpädagogik gut jede:r Hundertste. Und die Rolle, die am häufigsten angeschaut wird, liegt unter dem Schnitt. Reichweite und Bewerbungen sind zwei verschiedene Dinge.
Wir zählen zwei Ereignisse: den Aufruf einer Stellenseite und den Klick auf den Bewerben-Button. Im Fenster vom 20. Juli bis zum 18. August 2026 waren das 71.451 Aufrufe und 1.900 Bewerbungsklicks, verteilt auf 878 Rollen.
Der Haushaltsentwurf 2027 kürzt den BMZ-Etat zum fünften Mal in Folge, auf 9,47 Milliarden Euro. Für deine Bewerbung entscheidet aber nicht die Gesamtzahl, sondern einzelne Haushaltstitel und eine zweite Zahl, die kaum jemand liest: die Verpflichtungsermächtigungen. Was davon jetzt schon in den Stellenanzeigen steht.
Data storyWenn du aus einem kaufmännischen Bürojob in den gemeinnützigen Sektor wechseln willst, scheitert das selten an der Motivation und oft an den Stunden. Wir haben deshalb auf unserem eigenen Board…
Wer im Sozialsektor oder bei einer NGO eine Stelle immer wieder neu ausschreibt, sucht die Ursache meist im Recruiting selbst: falsche Kanäle, zu wenig Gehalt, eine zu lange Bewerbungsstrecke. Eine…
Der Wert allein sagt wenig. Ob 2,66 Prozent viel oder wenig sind, hängt daran, womit man vergleicht, und einen sauberen Vergleichswert von außen gibt es nicht: Jede Plattform zählt anders, und wer eine Quote veröffentlicht, verkauft meistens etwas damit. Was sich dagegen sauber vergleichen lässt, sind unsere Rollen untereinander. Zähler und Nenner kommen aus derselben Quelle, also fällt der größte Teil der Messfehler auf beiden Seiten gleichzeitig weg.
Wir haben die 52 Rollen ausgewertet, die im Fenster mindestens 300 Aufrufe hatten. Ganz oben und ganz unten stehen dann Werte, die kaum noch zusammengehören.
| Rolle | Aufrufe | Bewerbungsklicks | Quote | Organisationen |
|---|---|---|---|---|
| Kunstpädagogik | 710 | 40 | 5,63 % | 6 |
| Grafikdesign | 1.220 | 68 | 5,57 % | 17 |
| Referent:in für Umweltpolitik | 314 | 15 | 4,78 % | 3 |
| Sekretariat im Bildungswesen | 301 | 14 | 4,65 % | 13 |
| Bürokaufmann und Bürokauffrau | 348 | 16 | 4,60 % | 12 |
| Personalsachbearbeitung | 870 | 38 | 4,37 % | 52 |
| Koordination von Bildungsprogrammen | 1.620 | 26 | 1,60 % | 51 |
| Programmmanagement | 1.130 | 15 | 1,33 % | 26 |
| Sozialpädagogik | 2.071 | 22 | 1,06 % | 157 |
Zwischen der Kunstpädagogik und der Sozialpädagogik liegt gut Faktor fünf. Wir rechnen bewusst so konservativ: In der Tabelle stehen nur Rollen, deren Bewerbungsklicks zweistellig sind. Der niedrigste gemessene Wert im ganzen Fenster ist die Sozialarbeit mit 0,21 Prozent, aber der beruht auf einem einzigen Klick bei 486 Aufrufen. Die 486 machen den Nenner groß, nicht den Zähler belastbar. Aus so einem Wert eine Spanne von Faktor 27 zu bauen, wäre eine Zahl, die genauer aussieht, als sie ist.
Der eigentliche Befund steckt nicht in den Rändern, sondern darin, dass Aufmerksamkeit und Bewerbungen nicht zusammenlaufen.
Das Kommunikationsmanagement ist die meistgesehene Rolle auf baito, 3.595 Aufrufe in 30 Tagen, und kommt trotzdem nur auf 2,48 Prozent. Die Sozialpädagogik ist die viertmeistgesehene und hat mit 1,06 Prozent die niedrigste belastbare Quote im ganzen Feld, ausgeschrieben von 157 Organisationen. Das Interesse ist da. Es endet nur nicht in einer Bewerbung.
Für eine Organisation ist das eine Diagnose. Wenn eure Anzeige Aufrufe sammelt und keine Klicks, ist Reichweite nicht euer Engpass.
Softwareentwicklung liegt mit 3,86 Prozent über dem Schnitt, bei 1.710 Aufrufen aus 77 Organisationen. Die IT-Systemadministration steht am anderen Ende: 5 Klicks auf 571 Aufrufe aus 39 Organisationen, also 0,88 Prozent. Fünf Klicks sind zu wenig für eine harte Aussage, aber die Richtung ist deutlich, und sie widerspricht dem Reflex, Tech-Rollen als einen Block zu behandeln.
Die Softwareentwicklung ist zugleich das beste Beispiel dafür, warum wir hier mit Größenordnungen arbeiten und nicht mit Rangplätzen. Im vorangehenden Fenster vom 20. Juni bis 19. Juli lag dieselbe Rolle bei 2,04 Prozent, damals allerdings nur mit 343 Aufrufen. Die Enden der Verteilung sind stabil, die Mitte wandert.
Was oben und unten unterscheidet, können wir nicht messen, nur beschreiben. Deshalb steht dieser Abschnitt als Hypothese da und nicht als Befund.
Oben stehen Rollen mit einem klaren Berufsbild und wenigen Arbeitgebern dahinter: Grafikdesign kommt von 17 Organisationen, die Umweltpolitik von dreien. Wer so eine Anzeige öffnet, weiß in der Regel schon, worauf er sich bewirbt. Unten stehen Rollen, die sehr viele Träger gleichzeitig ausschreiben, die Sozialpädagogik allein 157. Dort ist die Trefferliste voll mit Anzeigen, die sich ähneln, und der Bewerbungsweg führt oft über ein eigenes Portal des Trägers.
Vier Stellen sind aus unserer Sicht die naheliegenden Kandidaten, und an allen vieren kann eine Organisation selbst etwas ändern:
Die Gehaltsangabe. Von 4.054 aktiven Anzeigen auf baito nennen 624 ein Gehalt, also 15,4 Prozent (Stand 24.08.2026). Fünf von sechs Anzeigen lassen die Frage offen, die fast jede:r zuerst stellt. Nach der EU-Entgelttransparenzrichtlinie müssen Unternehmen ihre Entgeltstruktur ohnehin schon vor einer Einstellung offenlegen und dürfen nicht mehr nach früheren Gehältern fragen; Deutschland hat die Umsetzungsfrist verstreichen lassen, ein Gesetz ist für 2027 geplant, und Gerichte müssen deutsches Arbeitsrecht seit dem 8. Juni 2026 im Licht der Richtlinie auslegen.
Der Anzeigentext. Wenn die Detailseite etwas anderes verspricht als die Trefferliste, springen Leute genau dort ab. Wie eine Anzeige aussieht, die das einlöst, steht in So schreibt ihr die perfekte Stellenanzeige in 7 Schritten.
Die Bewerbungshürde. Ein Pflichtformular mit 20 Feldern, ein Anschreiben, ein Login, ein Upload mit Größenbeschränkung: Jeder dieser Schritte kostet Bewerbungen, und keiner davon prüft Eignung.
Das Ziel des Bewerben-Buttons. Bei einem Teil der Anzeigen landet der Klick nicht auf einem Formular, sondern auf einer PDF-Datei oder einer allgemeinen Karriereseite. Der Klick zählt in unserer Statistik trotzdem, die Bewerbung geht dahinter verloren. Prüft einmal selbst, wohin euer Button führt.
Wer an dieser Stelle grundsätzlicher ansetzen will: Die Rechnung, warum es günstiger ist, Leute zu halten, als die Stelle jedes Jahr neu auszuschreiben, steht in Mitarbeiterbindung im Impact-Sektor. Und wenn ihr in der Vorauswahl mit KI arbeitet, lohnt vorher ein Blick auf das Ranking von Lebensläufen und auf die Pflichten aus dem EU AI Act.
Drei Dinge lassen sich daraus für eine Bewerbung ableiten.
Erstens: Wie oft eine Stelle angeschaut wird, sagt nichts darüber, wie viele sich am Ende bewerben. Wenn du eine Rolle meidest, weil du annimmst, dass ohnehin alle darauf schauen, entscheidest du nach der falschen Zahl.
Zweitens: Der Weg zur Bewerbung gehört zur Stelle dazu. Wenn du dreimal ansetzt und abbrichst, weil das Portal dich ausloggt oder ein Anschreiben verlangt, das niemand liest, liegt das selten an dir. Schau dir vor dem Klick an, wohin er führt, und plan die Zeit ein, die der Weg wirklich braucht.
Drittens: Bei Rollen mit sehr vielen Arbeitgebern lohnt der Umweg über die Organisation. In der Sozialpädagogik haben in 30 Tagen 157 Organisationen ausgeschrieben. Über die Organisationsprofile siehst du, wer gerade sucht, statt dich durch eine Trefferliste ähnlicher Anzeigen zu arbeiten. Für den Einstieg in die Suche selbst gibt es die Jobsuche, für gemeinnützige Arbeitgeber den NGO-Bereich.
Und wenn du an dem Punkt bist, an dem das Anschreiben ansteht: Womit du es anfängst, ohne wie eine Serienmail zu klingen, steht in Moderne Bewerbungsanrede.
Grundlage sind baitos eigene Nutzungsdaten, keine Umfrage und keine fremde Plattform. Gezählt werden die Ereignisse job_viewed und job_applied über 30 Tage vom 20. Juli bis 18. August 2026, gruppiert nach dem ESCO-Code der Stelle. Ausgewertet haben wir die 52 Rollen mit mindestens 300 Aufrufen.
Eine Nachfragezahl hat eine eigene Fehlerquelle: Vielleicht feuert das Ereignis nicht überall, und dann misst man ein Loch statt eines Verhaltens. Vier Gegenproben sprechen dagegen.
Die Herkunft der Stelle erklärt es nicht. Gescrapte Anzeigen kommen auf 2,52 Prozent bei 52.682 Aufrufen, selbst eingestellte auf 3,22 Prozent bei 8.355. Der Abstand ist viel zu klein für eine Spanne von 1,1 bis 5,6 Prozent.
Der Login-Status erklärt es nicht. Eingeloggt 3,30 Prozent, anonym 2,53 Prozent.
Es gibt kein Tracking-Loch. Keine einzige der 59 Organisationen mit mindestens 200 Aufrufen hat null Bewerbungsklicks. Von den 349 Organisationen mit mindestens 50 Aufrufen haben 75 keinen einzigen, und das ist ungefähr die Menge, die bei einer Basisrate von 2,66 Prozent rein rechnerisch herauskommt.
Das vorangehende Fenster reproduziert die Enden. Vom 20. Juni bis 19. Juli, ohne Überschneidung mit dem Hauptfenster, liegt Grafikdesign bei 7,98 Prozent und Kunstpädagogik bei 4,42 Prozent, die Sozialpädagogik bei 0,69 Prozent (720 Aufrufe). Die Reihenfolge in der Mitte ist eine andere, die Enden sind dieselben.
job_applied ist der Klick auf „Jetzt bewerben“. Das ist keine eingegangene Bewerbung. Was danach im Portal des Arbeitgebers passiert, sehen wir nicht, und ob aus dem Klick ein Lebenslauf im Postfach wird, wissen nur die Arbeitgeber selbst.
Damit bleiben zwei Lesarten für eine niedrige Quote nebeneinander stehen, und wir können keine davon ausschließen. Es kann heißen, dass sich zu wenige Menschen für die Rolle interessieren. Es kann genauso heißen, dass die Bewerbungsstrecke im Weg ist. Wer sich für eine der beiden entscheidet, tut das ohne Beleg.
Eine Aussage über den deutschen Arbeitsmarkt ist das ohnehin nicht. Es ist eine Aussage darüber, was auf baito passiert. Und wir vergleichen Größenordnungen, keine Rangplätze: Die Enden halten über zwei unabhängige Fenster, die Mitte tut das nicht.
Wie wir sonst mit unseren eigenen Zahlen arbeiten, siehst du beim Remote-Anteil neuer Impact-Jobs und bei der Teilzeitquote in gemeinnützigen Bürojobs. Beide rechnen auf dem Stellenbestand, dieser Text rechnet auf dem Verhalten der Leute, die die Stellen anschauen.
Dieser Text ist Rechtsinformation, keine Rechtsberatung. Was die EU-Entgelttransparenzrichtlinie konkret für eure Anzeigen und eure Entgeltstruktur bedeutet, klärt ihr am besten mit einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.
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