Am 21. August 2026 haben wir den Volltext aller 4.131 Stellenanzeigen auf baito nach dem Wort Jobsharing durchsucht. Siebzehn nennen es, in dreizehn davon ist es eine Bedingung statt eines Angebots. Wer im Tandem arbeiten will, schlägt es also meistens selbst vor. Was § 13 TzBfG dir dabei garantiert, wonach du außer Jobsharing noch suchen solltest, und wie ein Vorschlag aussieht, den eine Personalstelle annehmen kann.
Am 21. August 2026 standen auf baito 4.131 deutschsprachige Stellenanzeigen. Wir haben den Volltext jeder einzelnen nach dem Wort Jobsharing durchsucht, in allen Schreibweisen. Siebzehn Anzeigen nennen es, also eine von 243. In dreizehn davon ist Jobsharing eine Bedingung und kein Angebot. Wenn du im Tandem arbeiten willst, wirst du es also meistens selbst vorschlagen. Was dabei für dich gilt, steht in § 13 TzBfG und ist deutlich freundlicher, als die Anzeigen klingen.
Teilzeit heißt nur, dass du regelmäßig weniger arbeitest als eine vergleichbare Vollzeitkraft. Die Stelle gehört dir allein, die Aufgaben sind auf deine Stundenzahl zugeschnitten.
Jobsharing ist die Arbeitsplatzteilung nach § 13 TzBfG: Mehrere Personen teilen sich einen Arbeitsplatz und stimmen sich untereinander ab. Der Normalfall sind zwei Personen auf einer Vollzeitstelle. Möglich ist aber auch, dass drei Teammitglieder eine Funktion mit 60 Wochenstunden ausfüllen, wie die Teilzeit-Broschüre des Bundesarbeitsministeriums (Stand Juli 2025) beschreibt. Ihr entwerft gemeinsam einen Arbeitszeitplan, der den vereinbarten Rahmen abdeckt.
Der Unterschied ist nicht nur organisatorisch. Aus § 13 folgen Rechte, die es bei einer normalen Teilzeitstelle so nicht gibt, und Pflichten, die die meisten für strenger halten, als sie sind.
Wir haben am 21. August 2026 alle 4.131 deutschsprachigen Anzeigen auf baito nach „Jobsharing“, „Job-Sharing“, „job share“ und „Topsharing“ durchsucht. Siebzehn nennen eines dieser Wörter. Wie sie es tun, geht in zwei völlig verschiedene Richtungen.
Der Haushaltsentwurf 2027 kürzt den BMZ-Etat zum fünften Mal in Folge, auf 9,47 Milliarden Euro. Für deine Bewerbung entscheidet aber nicht die Gesamtzahl, sondern einzelne Haushaltstitel und eine zweite Zahl, die kaum jemand liest: die Verpflichtungsermächtigungen. Was davon jetzt schon in den Stellenanzeigen steht.
Wenn du aus einem kaufmännischen Bürojob in den gemeinnützigen Sektor wechseln willst, scheitert das selten an der Motivation und oft an den Stunden. Wir haben deshalb auf unserem eigenen Board…
Anthropic veröffentlicht regelmäßig, wofür Menschen Claude tatsächlich benutzen: rund eine Million echte Gespräche, aufgeschlüsselt nach einzelnen Arbeitsaufgaben. Keine Umfrage, keine Prognose, sondern eine Messung dessen, was Leute heute damit machen. Wir legen diese Daten auf die Berufe, die bei uns ausgeschrieben sind, und fangen dort an, wo das Signal am lautesten ist: in der Softwareentwicklung.
Dreizehn Anzeigen benutzen fast wortgleich dieselbe Formel. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft schreibt in sechs Anzeigen: „Die Stelle ist grundsätzlich teilzeitfähig, sofern durch Jobsharing die vollständige Wahrnehmung der Aufgabe sichergestellt ist.“ Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst formuliert es bei einer Referatsleitung genauso, das Residenztheater, der Botanische Garten München und die Technische Hochschule Nürnberg ebenfalls.
Lies den Satz genau. Er sagt nicht, dass ein Tandem gesucht wird. Er sagt, dass Teilzeit geht, wenn ihr die Vollzeitabdeckung selbst organisiert. Die zweite Person zu finden, ist damit deine Aufgabe. Das ist keine Absage, aber eben auch keine Einladung, und es lohnt sich, im Erstgespräch zu fragen, ob dort schon einmal ein Tandem eingestellt wurde.
Vier Anzeigen klingen anders:
Ärzte ohne Grenzen schreibt die Position General Director Germany aus und setzt darunter: „We welcome tandem applications based on a clear job-sharing proposal.“ Eine Einladung, sich zu zweit zu bewerben, eine Ebene unter dem Vorstand.
AlgorithmWatch schreibt eine Co-Teamleitung für Engagement, Fundraising und Campaigning aus, ausdrücklich „im TopSharing Modell“, und verlangt in den Anforderungen „Freude an der Zusammenarbeit in einer Doppelspitze“.
HanseWerk Natur nennt bei einer Leitung im Asset Management als Beschäftigungsart „Vollzeit, Teilzeit, Jobsharing mind. 80 %“, direkt in der Kopfzeile der Anzeige.
DESY führt „Job-Sharing-Modelle“ in der Liste dessen auf, was das Forschungszentrum für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben anbietet.
Drei dieser vier sind Leitungsstellen. Da, wo Jobsharing wirklich angeboten wird, geht es selten um Sachbearbeitung und meistens um Verantwortung, die zwei Personen leichter tragen als eine.
Die Wortsuche unterschätzt, wie viele geteilte Stellen es gibt, weil viele Organisationen das Modell haben, es aber anders nennen. In derselben Suche steht „Co-Leitung“ in 17 Anzeigen und „Doppelspitze“ in drei. Digitalcourage sucht eine Organisatorische Geschäftsführung ausdrücklich „in unserer Doppelspitze“ und nennt die künftige Partnerin im Text beim Namen. VISTA schreibt bei einer Einrichtungsleitung für zwei Drogenkonsumräume: „Diese Position ist Teil einer Doppelspitze.“
Für deine Suche heißt das: Nur nach Jobsharing zu filtern, führt an den meisten geteilten Stellen vorbei. Nimm Co-Leitung, Co-Geschäftsführung, Tandem und Doppelspitze dazu.
Wer ein Tandem vorschlägt, hört zuerst die Sorgen der Gegenseite: Wer springt ein, wenn eine von euch krank wird? Was passiert, wenn eine kündigt? Beide Fragen sind im Gesetz beantwortet, und beide Antworten fallen anders aus, als die meisten erwarten.
Du musst deine Partnerin nicht automatisch vertreten. Einen Arbeitsplatz zu teilen bedeutet nicht die Pflicht, ihn ständig besetzt zu halten. Eine Vertragsklausel, die das Team zur durchgehenden Besetzung verpflichtet, ist unzulässig. Vertretung könnt ihr im Einzelfall vereinbaren (§ 13 Abs. 1 Satz 2 TzBfG), und eine vorab vereinbarte Vertretungspflicht muss auf dringende betriebliche Gründe beschränkt bleiben (§ 13 Abs. 1 Satz 3). Selbst dann gilt sie nur, wenn die zusätzliche Arbeit im konkreten Fall zumutbar ist.
Du haftest nur für deine eigene Arbeit. Jedes Teammitglied ist selbst dafür verantwortlich, zu den geplanten Zeiten zu arbeiten, und haftet selbst für Mängel. Für Versäumnisse der anderen kann dich niemand zur Verantwortung ziehen.
Das Ausscheiden deiner Partnerin trägt keine Kündigung. § 13 Abs. 2 TzBfG verbietet die Entlassung eines Teammitglieds, weil die andere Person geht. Dieses Verbot der partnerbedingten Kündigung gilt laut BMAS auch im Kleinbetrieb, in dem sonst kein Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz greift. Für kleine Vereine und Organisationen ist das der wichtigste Satz dieses Abschnitts.
Geht jemand, hast du Vorrang auf mehr Stunden. Arbeitgeber sind gehalten, das Team nach dem Ausscheiden wieder aufzufüllen. Gelingt das nicht, muss der Arbeitgeber zuerst euch, den verbliebenen Teammitgliedern, eine entsprechend längere Arbeitszeit anbieten.
Eine Einschränkung gehört dazu: Nach § 13 Abs. 4 TzBfG darf ein Tarifvertrag von den Vertretungsregeln abweichen, auch zu deinen Ungunsten, wenn er eigene Regelungen zur Vertretung enthält. Wenn du dich bei einem tarifgebundenen Arbeitgeber bewirbst, ist der Tarifvertrag also die Fassung, die zählt, nicht das Gesetz allein.
Nach § 7 TzBfG muss ein geeigneter Arbeitsplatz auch als Teilzeitarbeitsplatz ausgeschrieben werden. Genau das erfüllen die dreizehn Bedingungssätze von oben: ein Halbsatz, der die Tür aufmacht, ohne jemanden hereinzubitten. Wer hindurchgehen will, bringt den fertigen Vorschlag mit.
Wer ergänzt dich fachlich und teilt dein Verständnis von Führung? Ohne zweite Person bleibt der Vorschlag eine Idee.
Wer übernimmt was, mit wie vielen Stunden, an welchen Tagen. Ein gemeinsamer Wochentag für die Übergabe gehört dazu.
Eine automatische Vertretungspflicht ist unzulässig. Legt fest, was im Einzelfall gilt, statt es offen zu lassen.
Von innen der Antrag nach § 8 TzBfG, drei Monate vorher in Textform. Von außen die gemeinsame Bewerbung auf eine Stelle.
Ärzte ohne Grenzen macht mit „a clear job-sharing proposal“ genau das explizit, was überall gilt: Ein Tandem überzeugt nicht als Wunsch, sondern als Plan. Wenn im Aufgabenprofil steht, dass eine Person Projektsteuerung, Fördermittelabrechnung, Öffentlichkeitsarbeit und Gremienarbeit übernehmen soll, ist das ohnehin eher eine Zweierstelle als eine Vollzeitstelle. Eine gute Frage fürs Gespräch: Was darf in den ersten drei Monaten liegen bleiben?
Wenn du bereits angestellt bist und aus deiner Stelle heraus reduzieren willst, führt der Weg über § 8 TzBfG, nicht über die Kündigung. Nach sechs Monaten im Betrieb, ab in der Regel mehr als 15 Beschäftigten, drei Monate vorher in Textform. Der Arbeitgeber muss zustimmen, soweit keine betrieblichen Gründe entgegenstehen, und seine Entscheidung muss dich spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn erreichen. Die Brückenteilzeit nach § 9a reduziert befristet für ein bis fünf Jahre und bringt dich danach auf deine alte Stundenzahl zurück, greift aber erst ab in der Regel mehr als 45 Beschäftigten. Bei vielen kleinen Organisationen ist § 9a deshalb keine Option, § 8 aber sehr wohl. Und § 9 ist der Paragraf für später: Wer seinen Wunsch nach mehr Stunden in Textform angezeigt hat, ist bei gleicher Eignung auf einer passenden freien Stelle bevorzugt zu berücksichtigen.
Die erste Grenze ist die Hierarchie, und sie wirkt in beide Richtungen. Auf unserem Board waren im rollenden 90-Tage-Fenster (Stand 07.08.2026) von 24 Anzeigen für eine Generalsekretärsposition 6 teilzeitoffen, im Programmmanagement 7 von 26, in der Finanzleitung 3 von 20. Eine Leitungsstelle in Teilzeit wirst du eher verhandeln als finden. Gleichzeitig sind es genau die Leitungsstellen, bei denen Jobsharing überhaupt ausgeschrieben wird. Wer Verantwortung will und trotzdem reduziert arbeiten möchte, kommt über ein Tandem nach § 13 realistischer ans Ziel als über eine geteilte Einzelstelle.
Die zweite ist die Projektfinanzierung. Viele Stellen hängen an Förderperioden. Eine 30-Stunden-Stelle, die aus zwei Projekttöpfen mit unterschiedlichen Laufzeiten zusammengesetzt ist, kann in zwei Jahren eine 20-Stunden-Stelle sein, ohne dass jemand etwas Böses will. Frag danach: Aus welchen Mitteln ist die Stelle finanziert, und wie lange laufen sie?
Die dritte ist die Rechnung, die niemand gern aufmacht. Weniger Stunden heißen weniger Gehalt, weniger Rentenpunkte und, wenn die Reduzierung dauerhaft bleibt, oft auch weniger Entwicklung. Die Brückenteilzeit ist auch deswegen interessant: Sie macht die Reduzierung befristet und die Rückkehr zum Regelfall.
Der breitere Weg zu weniger Stunden ist nach wie vor die schlichte Teilzeitstelle, und die ist bei gemeinnützigen Trägern häufiger als anderswo. In fünf kaufmännischen Bürorollen lag der Anteil teilzeitoffener Anzeigen bei gemeinnützigen Arbeitgebern durchgehend über dem der Privatwirtschaft, in der Buchhaltungsassistenz bei 66 gegenüber 22 Prozent. Die Zahlen dazu stehen in unserer Auswertung Bürojobs im Gemeinnützigen.
Dazu kommt die höhere Tarifbindung. Im selben Fenster sind im Projektmanagement 30 Prozent der Anzeigen gemeinnütziger Träger tarifgebunden gegenüber 3 Prozent in der Privatwirtschaft, in der Buchhaltungsassistenz 35 gegenüber 5 Prozent. Deine Stundenzahl steht dann in einem Vertrag, dessen Entgeltgruppe du nachrechnen kannst. Was 25 Stunden in einer bestimmten Entgeltgruppe bedeuten, rechnest du im TVöD-Rechner nach, die Tarifübersicht erklärt die Systematik dahinter.
Filtere in der Suche gleich auf die Anstellungsart, statt jede Anzeige einzeln zu öffnen. Auf baitos Stellensuche geht das, in der NGO-Übersicht findest du die gemeinnützigen Arbeitgeber gebündelt, und über die Organisationsübersicht siehst du, wer gerade überhaupt einstellt. Halte dabei nach Co-Leitung, Doppelspitze und Tandem Ausschau, nicht nur nach Jobsharing.
Nenne deine Stundenzahl im Anschreiben, nicht erst im dritten Gespräch. Wer damit plant, plant auch mit dir. Und wenn du ein Tandem vorschlägst, schick den Plan gleich mit: zwei Namen und eine geschriebene Aufteilung. Wie du solche Fragen stellst, ohne dass es nach Misstrauen klingt, steht ausführlicher im Ratgeber zum Vorstellungsgespräch im NGO- und Sozialsektor.
Wenn dir bei den Begriffen im Sektor etwas fehlt, hilft das Impact Wörterbuch weiter. Und falls du neben der Stundenzahl auch über den Arbeitsort nachdenkst: Wie selten vollständig ortsunabhängige Impact-Stellen tatsächlich sind, haben wir an unseren eigenen Zahlen nachgesehen.
Dieser Text ist Rechtsinformation, keine Rechtsberatung. Ob eine Vertretungsklausel in deinem Vertrag zulässig ist oder ob ein Tarifvertrag die Regeln des § 13 TzBfG verdrängt, klärst du für deinen Fall mit einer Fachanwältin für Arbeitsrecht, deinem Betriebs- oder Personalrat oder einer Gewerkschaft.
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