Seit dem 1. April 2026 zahlt der TV-L 2,8 Prozent mehr, mindestens 100 Euro im Monat. Entgeltgruppe 13 startet damit bei 4.759,37 Euro brutto, Entgeltgruppe 9b bei 3.620,10 Euro. Den TV-L bekommst du, wenn dein Arbeitgeber zur Tarifgemeinschaft deutscher Länder gehört: Hochschulen, Landesbehörden, Unikliniken. Kommunen zahlen TVöD, gemeinnützige Träger meistens etwas Drittes.

Seit dem 1. April 2026 zahlt der TV-L 2,8 Prozent mehr, mindestens 100 Euro im Monat. Entgeltgruppe 13 startet damit bei 4.759,37 Euro brutto, Entgeltgruppe 9b bei 3.620,10 Euro. Den TV-L bekommst du, wenn dein Arbeitgeber zur Tarifgemeinschaft deutscher Länder gehört: Hochschulen, Landesbehörden, Unikliniken. Kommunen zahlen TVöD, gemeinnützige Träger meistens etwas Drittes.
Dein Gehalt hängt an zwei Größen: an der Entgeltgruppe, die sich nach deiner Tätigkeit richtet, und an der Stufe, die sich nach deiner Berufserfahrung richtet. Die folgenden Beträge gelten seit dem 1. April 2026.
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 3 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|
| E 15 | 5.658,38 € | 6.283,38 € | 7.854,52 € |
| E 13 | 4.759,37 € | 5.366,89 € | 6.764,69 € |
| E 11 | 4.178,35 € |
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| 6.050,95 € |
| E 9b | 3.620,10 € | 4.035,07 € | 5.014,87 € |
| E 6 | 3.186,57 € | 3.547,20 € | 3.863,96 € |
Brutto pro Monat bei Vollzeit, Auszug aus Anlage B zum TV-L. Alle Werte stehen in den Entgelttabellen der GEW ab 1. April 2026. Die vollständige Tabelle von E 1 bis E 15Ü findest du in baitos TV-L-Entgelttabelle, und im TV-L-Rechner kannst du dein Netto durchrechnen.
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder, ver.di und der dbb haben sich am 14. Februar 2026 in Potsdam auf drei Schritte verständigt: 2,8 Prozent zum 1. April 2026 (mindestens 100 Euro monatlich), weitere 2,0 Prozent zum 1. März 2027 und noch einmal 1,0 Prozent zum 1. Januar 2028. Der Abschluss läuft 27 Monate, bis zum 31. Januar 2028.
Der Mindestbetrag ist dabei der eigentliche Hebel für die unteren Gruppen. Wo 2,8 Prozent weniger als 100 Euro wären, gibt es die 100 Euro.
Zum Monatsentgelt kommt die Jahressonderzahlung, die mit dem Novembergehalt ausgezahlt wird. Sie reicht von 32,53 Prozent eines Monatsentgelts in E 14 und E 15 bis zu 88,14 Prozent in E 5 bis E 8, die unteren Gruppen bekommen also anteilig deutlich mehr.
Der TV-L gilt für Beschäftigte, deren Arbeitgeber Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) oder eines ihrer Mitgliedverbände ist. Genau so steht es in § 1 des Tarifvertrags. Übersetzt: die Bundesländer und alles, was ihnen gehört. 15 der 16 Länder sind Mitglied, Hessen ist 2004 ausgetreten und hat seit 2010 einen eigenen Tarifvertrag, den TV-H.
Bund und Kommunen verhandeln getrennt und zahlen nach dem TVöD. Im Alltag entscheidet deshalb nicht dein Beruf, sondern dein Arbeitgeber: Dieselbe Ausbildung führt an der Universität in den TV-L und im Rathaus in den TVöD.
Weil der Geltungsbereich am Arbeitgeber hängt und nicht am Beruf, betrifft der TV-L weit mehr Rollen, als der Begriff „öffentlicher Dienst“ vermuten lässt. Im Rechenzentrum einer Universität arbeiten Systemadministratorinnen und Data Engineers nach denselben Entgeltgruppen wie die Verwaltung im Haus nebenan. Wer aus einem Software-Job in der Privatwirtschaft kommt, verhandelt hier also keine Summe, sondern prüft eine Eingruppierung.
Für den Sozial- und Erziehungsdienst gilt im TV-L eine eigene Tabelle mit den Entgeltgruppen S 2 bis S 18. Sie heißt Anlage G und wurde zum 1. Januar 2020 eingeführt, zusammen mit neuen Eingruppierungsregeln in Teil II Abschnitt 20 der Entgeltordnung. Das geht auf die Tarifeinigung vom 2. März 2019 zurück.
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 3 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|
| S 17 | 4.285,30 € | 5.129,72 € | 6.372,84 € |
| S 12 | 3.904,99 € | 4.582,06 € | 5.445,55 € |
| S 11b | 3.809,38 € | 4.359,56 € | 5.431,46 € |
| S 8b | 3.489,55 € | 4.080,01 € | 5.181,91 € |
| S 4 | 3.206,28 € | 3.675,21 € | 4.145,27 € |
Brutto pro Monat bei Vollzeit, Auszug aus Anlage G zum TV-L, Stand 1. April 2026.
Verwechsle die S-Tabelle des TV-L nicht mit der des TVöD. Beide heißen im Alltag „SuE“, beide haben S-Gruppen, sie gehören aber zu verschiedenen Tarifverträgen mit verschiedenen Beträgen. Steht in einer Anzeige nur „S 11b“, ohne dass der Tarifvertrag danebensteht, ist das noch keine Gehaltsangabe. Was in der Sozialpädagogik über alle Träger hinweg gezahlt wird, haben wir im Beitrag zum Gehalt in der Sozialpädagogik aufgeschrieben.
Deine Entgeltgruppe wird nicht verhandelt, sondern festgestellt. Nach § 12 TV-L richtet sie sich nach den Tätigkeitsmerkmalen der Entgeltordnung, und zwar über die Tätigkeit, die du nicht nur vorübergehend ausübst. Maßgeblich ist, ob mindestens die Hälfte deiner Arbeitsvorgänge die Anforderungen einer Gruppe erfüllt. Ein praktischer Punkt aus demselben Paragrafen: Die Entgeltgruppe muss im Arbeitsvertrag stehen. Was eine einzelne Gruppe über alle Stufen hinweg bedeutet, siehst du auf den Gruppenseiten, etwa zu E 13 im TV-L oder E 9b im TV-L.
Die Stufe dagegen bildet Berufserfahrung ab. In den Entgeltgruppen 2 bis 15 gibt es sechs Stufen, und § 16 TV-L regelt, wie du hineinkommst:
Ohne einschlägige Berufserfahrung beginnst du in Stufe 1.
Mit mindestens einem Jahr einschlägiger Erfahrung bei einem anderen Arbeitgeber steigst du in Stufe 2 ein, mit mindestens drei Jahren in Stufe 3.
Danach steigst du mit den Jahren weiter, ab Stufe 3 allerdings leistungsabhängig nach § 17 Absatz 2: Stufe 2 nach einem Jahr, Stufe 3 nach zwei, Stufe 4 nach drei, Stufe 5 nach vier und Stufe 6 nach fünf Jahren in der jeweils vorherigen Stufe.
In den S-Gruppen ab S 3 gelten abweichende Regeln: Stufe 3 setzt bei der Einstellung vier statt drei Jahre einschlägige Erfahrung voraus, und die Stufenlaufzeiten sind länger (ein Jahr, dann drei, vier, vier und fünf Jahre).
Zwei Spielräume lohnen sich trotzdem, und beide stehen im Tarifvertrag selbst. Der Arbeitgeber kann förderliche Zeiten aus einer früheren Tätigkeit ganz oder teilweise auf die Stufe anrechnen. Und er kann zur Personalgewinnung oder zur Bindung von Fachkräften bis zu zwei Stufen vorweg gewähren. In beiden Fällen darf der Arbeitgeber, er muss aber nicht. Angeboten wird das selten von allein. Frag danach, bevor du unterschreibst.
Für übernommene Auszubildende und dual Studierende ist seit dem 1. März 2026 eine Kleinigkeit dazugekommen: Wer die Ausbildung mindestens mit „Befriedigend“ abschließt und übernommen wird, dem verkürzt sich die Stufenlaufzeit in Stufe 1 um sechs Monate.
Es heißt, dass der Tarifvertrag nicht gilt. Ein gemeinnütziger Träger, der nicht Mitglied der TdL ist, kann sich die Tabelle zum Vorbild nehmen, ist aber an nichts davon gebunden. Ob die Erhöhung vom 1. April 2026 mitgemacht wird, entscheidet dann die Geschäftsführung und nicht die Tarifkommission.
Auf unserem eigenen Board sind diese Zwischenformen gut zu sehen, weil viele Anzeigen sie ausschreiben, statt sie zu verschweigen. Da steht dann „Haustarifvertrag der Lebenshilfe gGmbH in Anlehnung an den TV-L Berlin (S8b)“ oder „AVR DD (Entgeltgruppe 9) in Anlehnung an den TV-L“. Das ist ehrlicher als ein blankes „attraktive Vergütung“, beantwortet aber noch nicht die Frage, was am Monatsende ankommt.
Vier Punkte klären das:
Welche Fassung? Die Tabelle von wann, mit welcher Entgeltgruppe und welcher Stufe?
Dynamisch oder eingefroren? Werden künftige Tariferhöhungen automatisch übernommen oder jedes Mal neu entschieden?
Was ist dabei? Jahressonderzahlung, Stufenaufstieg und Zulagen sind Teil des TV-L, nicht Teil des Wortes „Anlehnung“.
Und die Altersvorsorge? Die betriebliche Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes ist ein eigener Baustein, den viele Anlehnungen nicht mitbringen.
Wenn ein Träger seine Stellen aus Projektmitteln bezahlt, hängt daran oft noch eine zweite Frage, nämlich die nach der Laufzeit. Was dabei arbeitsrechtlich trägt, steht in unserem Beitrag zu befristeten Verträgen aus Projektförderung.
In der Woche ab dem 10. August 2026 nannten 2.091 der 7.938 aktiven Anzeigen auf baito einen Tarif. „TV-L“ war dabei die häufigste einzelne Angabe: 415 Anzeigen, vor „TVöD“ mit 306. Gezählt ist der Wortlaut in der Anzeige und nicht die Tarif-Familie, denn Varianten wie „TV-L Berlin“ oder „TVöD SuE“ laufen als eigene Angaben mit.
Interessanter als die Rangfolge ist die Schreibweise. Neben dem schlichten „TV-L“ tauchen Angaben wie „TV-L Berliner Hochschulen“, „TV-L S 11b“ oder „TV-L Stiftung Oper in Berlin“ auf. Man sieht der Tarifangabe also oft schon an, um welche Art von Arbeitgeber es geht, und in welcher Tabelle du landest. Wer wissen will, was in einzelnen Berufen tatsächlich gezahlt wird, findet die Auswertung im baito-Index zu Gehältern.
Steht in der Anzeige eine Entgeltgruppe, oder nur „Vergütung nach TV-L“? Ohne Gruppe ist die Spanne mehrere tausend Euro breit.
Steht dort eine Stufe, oder wird sie erst nach Prüfung deiner Zeugnisse festgelegt?
Hast du einschlägige Berufserfahrung, die du belegen kannst? Ein Jahr entscheidet über Stufe 2, drei Jahre über Stufe 3 (in den S-Gruppen vier).
Gibt es förderliche Zeiten aus einer verwandten Tätigkeit, die angerechnet werden könnten?
Ist es wirklich TV-L, oder eine Anlehnung? Wenn Anlehnung: dynamisch oder nicht?
Alle offenen Stellen aus dem Impact-Bereich stehen in unserer Jobsuche. Wenn du gezielt bei gemeinnützigen Arbeitgebern suchst, führt der Weg über die NGO-Jobs, im sozialen Bereich über Jobs im Sozialwesen. Der TV-L auf einen Blick fasst Entgeltgruppen, Stufen und Sonderzahlungen zusammen, und unter Tarifverträge und Besoldung stehen alle Tarifwerke nebeneinander.
Dieser Text ist Rechtsinformation, keine Rechtsberatung. Ob deine Tätigkeit eine bestimmte Entgeltgruppe erfüllt und welche Zeiten auf deine Stufe anzurechnen sind, entscheidet sich am Einzelfall. Dafür beraten dich der Personalrat deiner Dienststelle, deine Gewerkschaft oder eine Fachanwältin für Arbeitsrecht.
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