04.11.2026
Der NDC Sachsen-Anhalt e.V. sucht ab sofort bis 31.01.2027 eine Person für einen Werkvertrag für eine historische Recherche im Projekt „Erinnern, Verstehen, Handeln – KZ-Haft und Zwangsarbeit in Magdeburg“.
Bewerbungsfrist ist der 22.11.2026.
Der NDC Sachsen-Anhalt e.V. vergibt einen Werkvertrag für eine historische Recherche zur Geschichte von KZ-Haft und Zwangsarbeit in Magdeburg während des Nationalsozialismus. Die Recherche dient der inhaltlichen Weiterentwicklung einer bestehenden Wanderausstellung und der Entwicklung eines digitalen Lernszenariums.
Gesucht wird eine Person, die vorhandene Quellen und Belege überprüft und dokumentiert, ergänzendes historisches Material recherchiert und Vorschläge für neue inhaltliche Schwerpunkte erarbeitet. Im Zentrum stehen die Lebensgeschichten und Perspektiven der Menschen, die zur Zwangsarbeit gezwungen wurden.
Das Projekt „Erinnern, Verstehen, Handeln – KZ-Haft und Zwangsarbeit in Magdeburg“ möchte die Geschichte der Zwangsarbeit und KZ-Haft in Magdeburg zugänglich machen und die Perspektiven der Verfolgten stärker in der historisch-politischen Bildungsarbeit verankern.
Die bestehende Wanderausstellung wird dafür inhaltlich und gestalterisch überarbeitet. Persönliche Berichte und Lebensgeschichten sollen stärker einbezogen und die Vermittlung durch interaktive Elemente ergänzt werden. Darüber hinaus entsteht ein digitales Lernszenarium, das die Auseinandersetzung mit der Geschichte über den Ausstellungsbesuch hinaus ermöglicht. Zielgruppe der Ausstellung und der weiterführenden Angebote sind insbesondere junge Menschen ab 14 Jahren.
Die historische Recherche bildet eine Grundlage für diese Weiterentwicklung. Sie soll bestehende Informationen überprüfen, ihre Quellenbasis nachvollziehbar dokumentieren und weiteres Material erschließen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf bislang weniger sichtbaren Perspektiven, darunter Frauen und zivile Zwangsarbeitende aus den von Deutschland besetzten Gebieten Osteuropas, insbesondere den besetzten sowjetischen Gebieten. Auch die Handlungsspielräume der Betroffenen, Formen von Solidarität und Widerstand sowie ihre Lebensbedingungen und Stigmatisierungserfahrungen nach 1945 können dabei in den Blick genommen werden.
Die Recherche umfasst insbesondere folgende Aufgaben:
Die Recherche soll nicht möglichst umfangreiches Material zusammentragen, sondern eine gut dokumentierte, fachlich fundierte und für die weitere Bildungsarbeit nutzbare Grundlage schaffen. Die konkrete Schwerpunktsetzung wird gemeinsam mit dem Projektteam abgestimmt.
Die Arbeit erfolgt eigenständig und in enger Abstimmung mit dem Projektteam. Regelmäßige Absprachen und Zwischenstände sind ausdrücklich erwünscht, damit historische Recherche und pädagogische Konzeption sinnvoll ineinandergreifen können.
Der Werkvertrag soll zeitnah, möglichst noch im Jahr 2026, beginnen. Der genaue Arbeitszeitraum und die Meilensteine werden bei Vertragsabschluss vereinbart.
Für den Werkvertrag steht ein Gesamtbudget von 5.000 Euro zur Verfügung. Der konkrete Umfang der Recherche wird innerhalb dieses Rahmens abgestimmt.
Wir suchen eine Person mit fundierten historischen Kenntnissen und Erfahrung in der Recherche zur Geschichte des Nationalsozialismus, insbesondere zu Zwangsarbeit, KZ-Haft oder NS-Verfolgung. Erfahrungen in der Archivarbeit, im Umgang mit biografischen Quellen und in der historischen Bildungsarbeit sind von Vorteil.
Wichtig sind außerdem eine sorgfältige und transparente Quellenarbeit, die Fähigkeit, historische Zusammenhänge verständlich aufzubereiten, sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Projektteam. Kenntnisse zur Geschichte ziviler Zwangsarbeit in den besetzten sowjetischen Gebieten und zu geschlechtsspezifischen Verfolgungserfahrungen sind besonders willkommen.
Bei Interesse bitten wir um ein kurzes Angebot mit folgenden Angaben:
Ein Lebenslauf ist nicht erforderlich.
Bitte sende deine Unterlagen bis zum 22. November 2026 an . Vor der finalen Vergabe des Auftrags möchten wir mit den Kandidat_innen der engeren Auswahl jeweils ein separates Gespräch führen, um offene Fragen zu klären und die Konzepte besser vergleichen zu können. Für die Gespräche ist der 25. und 26 November 2026 vorgesehen.
Bei Fragen zum Werkvertrag könnt ihr euch ebenfalls an wenden. Wir freuen uns auf deine Rückmeldung und deine Ideen für diese Recherche!