Was ist eine NGO?
NGO steht für „Non-Governmental Organization“, auf Deutsch Nichtregierungsorganisation (NRO). Gemeint ist eine Organisation, die nicht vom Staat gesteuert wird, keinen Gewinn für Eigentümer erwirtschaftet und sich für ein gesellschaftliches, ökologisches oder humanitäres Ziel einsetzt.
Das Wichtigste zusammengefasst
- NGO heißt Nichtregierungsorganisation: unabhängig vom Staat, nicht gewinnorientiert, für das Gemeinwohl.
- In Deutschland gibt es keine Rechtsform „NGO“. Die meisten NGOs sind Vereine, manche gGmbH oder Stiftung.
- Bekannte Beispiele sind Greenpeace, Amnesty International und Ärzte ohne Grenzen. Viele haben feste, bezahlte Stellen.
NGO: Bedeutung und Abkürzung
Die Abkürzung NGO kommt aus dem Englischen: Non-Governmental Organization. Auf Deutsch heißt das Nichtregierungsorganisation. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit nutzt dafür die Abkürzung NRO (BMZ-Lexikon). Im Alltag und in Stellenanzeigen hat sich aber „NGO“ durchgesetzt.
Eine feste Definition gibt es nicht. Die meisten Fachlexika nennen aber dieselben Merkmale (bpb-Politiklexikon):
- Unabhängig vom Staat: Bürgerinnen und Bürger gründen eine NGO, keine Regierung. Sie darf öffentliche Fördergelder bekommen, entscheidet aber selbst über ihre Arbeit.
- Nicht gewinnorientiert: Überschüsse fließen zurück in die Mission und werden nicht ausgeschüttet.
- Für das Gemeinwohl: Es geht um Umwelt, Menschenrechte, Armut, Gesundheit oder Bildung, nicht nur um die Interessen der eigenen Mitglieder.
- Auf Dauer organisiert: Eine NGO hat feste Strukturen, Gremien und meist hauptamtliche Mitarbeitende. Eine spontane Bürgerinitiative ist noch keine NGO.
Woher kommt der Begriff?
Der Begriff stammt aus der Charta der Vereinten Nationen von 1945. Artikel 71 erlaubt dem Wirtschafts- und Sozialrat der UN, „nichtstaatliche Organisationen“ zu Rate zu ziehen. Damit brauchte man ein Wort für Organisationen, die weder Staaten noch Unternehmen sind.
Die Idee ist älter. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz entstand 1863, und schon im 19. Jahrhundert kämpften private Vereine gegen die Sklaverei. Einen großen Schub bekamen NGOs in den 1960er- und 1970er-Jahren: Amnesty International wurde 1961 gegründet, Greenpeace und Ärzte ohne Grenzen 1971.
NGO, NPO und gemeinnützig: der Unterschied
Die drei Begriffe werden oft verwechselt. Kurz: Jede NGO ist eine NPO, aber nicht jede NPO ist eine NGO.
- NPO (Non-Profit-Organisation) ist der Oberbegriff für alle Organisationen ohne Gewinnabsicht: vom Sportverein über die Kirche bis zur Stiftung.
- NGO ist ein Teil davon: eine NPO, die sich für gesellschaftliche, politische oder ökologische Themen einsetzt und unabhängig vom Staat bleibt.
- Gemeinnützig ist ein Steuerstatus. Das Finanzamt vergibt ihn, wenn eine Organisation Zwecke aus § 52 der Abgabenordnung verfolgt. Dann sind Spenden an sie steuerlich absetzbar.
Welche Rechtsform hat eine NGO?
Eine eigene Rechtsform „NGO“ gibt es in Deutschland nicht. Die meisten NGOs sind ein eingetragener Verein (e.V.), etwa der BUND oder der NABU. Größere Organisationen arbeiten auch als gemeinnützige GmbH (gGmbH) oder als Stiftung.
Für Bewerberinnen und Bewerber macht die Rechtsform im Alltag wenig Unterschied. Wichtiger ist, ob ein Tarifvertrag gilt und wie die Stelle finanziert ist. Mehr zu Rechtsformen und Gehältern steht in unserem Artikel Was ist eine Non-Profit-Organisation?.
Welche Arten von NGOs gibt es?
Nach Thema arbeiten NGOs zum Beispiel für Umwelt- und Klimaschutz, Natur- und Tierschutz, Menschenrechte, humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Gesundheit, Bildung, Demokratie und Transparenz.
Nach Arbeitsweise unterscheidet man zwei Gruppen. Viele große Organisationen machen beides. Daneben gibt es international tätige NGOs (INGOs) mit Büros in vielen Ländern.
- Operative NGOs setzen selbst Projekte um: Sie bauen Brunnen, betreiben Kliniken oder leisten Nothilfe nach Katastrophen. Beispiele sind Ärzte ohne Grenzen und die Welthungerhilfe.
- Advocacy- oder Kampagnen-NGOs wollen Politik und Öffentlichkeit verändern: mit Kampagnen, Studien, Petitionen und Lobbyarbeit. Beispiele sind Greenpeace, Campact und foodwatch.
Bekannte NGOs in Deutschland: Beispiele
Wie viele NGOs es in Deutschland gibt, weiß niemand genau, denn es gibt kein NGO-Register. Zur Orientierung: 2022 zählte der ZiviZ-Survey rund 657.000 zivilgesellschaftliche Organisationen, die allermeisten davon Vereine. Nur ein kleiner Teil davon sind NGOs im engeren Sinn. Einige kennt fast jede und jeder:
- Umwelt und Klima: Greenpeace, WWF Deutschland, BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe
- Menschenrechte und Demokratie: Amnesty International, Transparency International, Reporter ohne Grenzen, Campact
- Humanitäre Hilfe und Entwicklung: Ärzte ohne Grenzen, Welthungerhilfe, Brot für die Welt, Oxfam, Save the Children, Plan International
- Eine längere Liste mit Logos und offenen Stellen steht auf unserer Seite NGOs in Deutschland.

WWF Deutschland
NGO

NABU
Verein

Deutscher Tierschutzbund
Verein

Amnesty International
NGO

Reporter ohne Grenzen
NGO

Sea-Watch
NGO

Campact
Verein

Deutsches Rotes Kreuz
Verein
Wie finanzieren sich NGOs?
Die meisten NGOs haben mehrere Einnahmequellen. Wer prüfen will, wie eine NGO mit Geld umgeht, schaut in ihren Jahresbericht. Hilfreich sind auch das Spenden-Siegel des DZI und die „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ von Transparency International Deutschland.
- Spenden von Privatpersonen und Unternehmen, oft auch Erbschaften
- Mitgliedsbeiträge, besonders bei großen Vereinen
- Zuschüsse von Stiftungen und Soziallotterien wie der Aktion Mensch
- Öffentliche Mittel von Bund, Ländern, Kommunen oder der EU, meist für ein bestimmtes Projekt und auf Zeit
Warum stehen NGOs in der Kritik?
Die Debatte dreht sich meist um zwei Fragen: Wie offen zeigen NGOs, woher ihr Geld kommt? Und dürfen Organisationen, die Geld vom Staat bekommen, politisch Stellung beziehen? Anfang 2025 stellte die Unionsfraktion im Bundestag dazu eine Kleine Anfrage mit 551 Fragen zu staatlich geförderten Organisationen. Kritiker sahen darin einen Angriff auf die Zivilgesellschaft, Befürworter eine berechtigte Frage nach Neutralität.
Für Mitarbeitende hat die Debatte eine praktische Seite: Viele Stellen hängen an Fördergeldern und sind deshalb befristet.
Arbeiten in einer NGO: welche Jobs gibt es?
NGOs sind nicht nur Ehrenamt. Größere Organisationen haben feste Stellen in fast allen Bereichen. Typische Rollen sind:
- Campaigner:in: Kampagnen planen und Menschen mobilisieren
- Fundraiser:in: Spenden gewinnen und Förderer betreuen
- Fördermittelmanager:in: Anträge schreiben und Projektgelder abrechnen
- Politikberater:in: Politik mit Fachwissen beeinflussen
- Ehrenamtskoordinator:in: Freiwillige gewinnen und begleiten
- Dazu kommen Projektmanagement, Kommunikation, Finanzen, IT und Personal. Viele steigen über ein Praktikum, ein Freiwilligenjahr oder eine Projektassistenz ein. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sind oft willkommen.
- Die Gehälter liegen meist etwas unter der freien Wirtschaft, viele NGOs zahlen aber nach Tarif oder Haustarif. Zahlen aus echten Stellenanzeigen stehen in unserer Gehaltsübersicht.
- Alle offenen Stellen findest du unter NGO-Jobs, auch nach Stadt: Berlin, Hamburg, München oder Köln.
Gerade 1.304 offene NGO-Jobs auf baito. Die neuesten:

Campaigner*innen
Campact

Mitarbeiter/in für den Landesverband Baden-Württemberg
Mehr Demokratie

Leitung Schulentwicklung (w/m/d)
beWirken

Referent/-in Programmpartnerschaften und Fundraising (m/w/d)
International Justice Mission

Teamleiter*in Fundraising
Reporter ohne Grenzen (RSF)
Häufige Fragen
Q1Was bedeutet die Abkürzung NGO?
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Q2Ist eine NGO immer gemeinnützig?
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Q3Ist das Rote Kreuz eine NGO?
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Q4Dürfen NGOs Geld vom Staat bekommen?
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Q5Was ist der Unterschied zwischen NGO und NPO?
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Bereit für einen Job mit Wirkung?
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